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06

Jul

2011

Schlaue Haushaltsgeräte bereit für SmartGrid

T 8967 WP EcoComfort ist der erste Wärmepumpentrockner auf dem Markt, der im Smart-Grid-Modus betrieben werden kann und auf diese Weise den günstigsten Stromtarif nutzt T 8967 WP EcoComfort ist der erste Wärmepumpentrockner auf dem Markt, der im Smart-Grid-Modus betrieben werden kann und auf diese Weise den günstigsten Stromtarif nutzt FOTO: Miele

Zur IFA 2010 präsentierte Miele die weltweit ersten Hausgeräte, die erkennen, wann der Strom am wenigsten kostet – und dann automatisch starten (Stichwort „Smart Grid“, kurz: SG). Inzwischen sind die Geräte im Handel, und immer mehr Stromversorger bieten die dazu passenden Staffeltarife an.

 

Zusätzlich forciert die Politik die Installation sogenannter Smart Meter, mit denen sich Tarife erfassen und abrechnen lassen. Auch Miele legt nach: Zur IFA 2011 stellt das Unternehmen die ersten Geschirrspüler mit dem Prädikat „SG Ready“ vor. „SG-fähige Hausgeräte können dazu beitragen, die Stromrechnung zu senken. Außerdem unterstützt diese Technologie die effiziente Nutzung regenerativ erzeugter Energien“, erläutert Christian Gerwens, Chef der Miele Vertriebsgesellschaft Deutschland. „Ich bin zuversichtlich, dass SG-fähige Hausgeräte in den kommenden Jahren einen neuen Megatrend auslösen werden“, so Gerwens weiter. Das Prinzip hinter den intelligent vernetzten Geräten: Je mehr Energie – beispielsweise aus wetterabhängiger Sonnen- oder Windkraft – im Stromnetz verfügbar ist, desto günstiger wird der Strom angeboten.

Nach Angaben der Forschungsgruppe EnCT in Freiburg bieten zurzeit rund 100 der 900 Energieversorgungsunternehmen (EVU) in Deutschland smarte Energieprodukte an. Die Ansätze sind jedoch höchst unterschiedlich. Flächendeckend gehen beispielsweise die Stadtwerke Haßfurt das Thema an. Bis zum Frühjahr 2012 will die bayerische Gemeinde alle 10.000 Haushalte mit digitalen Zählern ausstatten. Breite Akzeptanz findet das Projekt in der Bevölkerung, weil die Zähler-Umstellung für die Kunden kostenlos ist.

 

 

Intelligente Stromzähler für Kunden von Stadtwerken

 

Das nach eigenen Angaben größte europäische Umsetzungsprojekt im Sektor Smart Metering plant Trianel, eine Energiehandelsgesellschaft, zu der sich unabhängige Stadtwerke zusammengeschlossen haben. Bis Ende dieses Jahres will Trianel ein Geschäftsmodell entwickeln, das es den Mitgliedsunternehmen ermöglicht, kostenneutral ihre Kunden mit elektronischen Haushaltszählern für alle Versorgungsprodukte auszustatten. Am Trianel-Projekt beteiligen sich 39 Stadtwerke aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

 

 

Neben regionalen Anbietern stimmen sich auch die großen Konzerne auf die Energiewende ein, die nach dem vorgezogenen Atomausstieg zusätzliche Impulse erhalten dürfte. Beispiel RheinEnergie AG. Der Kölner Energieversorger hat im April angekündigt, bis Ende des Jahres 30.000 Haushalte mit Smart Metern auszustatten. Ziel ist es, den angeschlossenen Kunden bessere Service- und Tarifangebote zu unterbreiten. Für die Erfassung der Verbrauchsdaten und die Abrechnungen arbeiten die Kölner mit dem IT-Spezialisten SAP zusammen.

 

Eine Initiative von E.ON ist das „10.000 Smart Meter“-Projekt im bayerischen Bad Staffelstein, das bereits 2008 initiiert wurde. Ein neues Geschäftsfeld deckt die Konzerntochter E.ON Metering GmbH ab. Sie bietet regionalen Stromversorgern ein breites Angebot: von der Beratung, über die Bereitstellung der Zähler, die zentrale Fernauslesung bis zur Auswertung und Abrechnung der Kundendaten.

 

Der Essener Energieriese RWE will bis Ende des Jahres 100.000 Haushalte in Mühlheim an der Ruhr mit Smart Metern ausstatten. Im Frühjahr 2011 hat das Unternehmen eine Kooperation mit Miele gestartet. Innerhalb eines Markttests, der in Essen und Wesel stattfindet, sollen Teilnehmer Strom möglichst zur „Sparzeit“ abnehmen. Daneben gibt es noch die „Basiszeit“ und die „Spitzenzeit“. Strom kostet zwischen 10 und 40 ct/kWh. Weil das Ganze als Simulation angelegt ist, können Teilnehmer nur gewinnen, aber keine böse Überraschung auf der Stromrechnung erleben. Eine Tarifspreizung zwischen 10 und 40 ct/kWh halten Experten in nicht allzu ferner Zukunft allerdings für realistisch. Ein SG-Ready-Gerät von Miele, das innerhalb einer solchen Preisspanne automatisch zum günstigsten Tarif arbeitet, spart dann leicht zwischen 40 und 60 Euro pro Jahr an Energiekosten.

 

Wer übrigens beim RWE-Markttest mitmacht, konnte noch auf eine ganz andere Weise sparen. Für Schnellentschlossene gab es die für die SG-Ready Waschmaschine W 5967 WPS Autodos und den entsprechenden Trockner T 8967 WP EcoComfort einen Wertgutschein in Höhe von jeweils 300 Euro.

 

Weitere Projekte: Vattenfall hat bereits im Sommer 2010 im Märkischen Viertel in Berlin 10.000 Wohnungen mit intelligenten Stromzählern ausgestattet. Vor wenigen Wochen konnten sich Privathaushalte in der Hamburger HafenCity für eine ähnliche Vattenfall-Aktion bewerben. Die „T-City Friedrichshafen“ startete schon 2008 mit einem Pilotprojekt, inzwischen sind zwei Gemeinden mit Smart Metern ausgerüstet. Treibende Kraft an der Stadt am Bodensee ist die Deutsche Telekom.

 

Vorgaben der Politik

Die Mitgliedsstaaten der EU und damit auch Deutschland bekennen sich zum Ausbau der regenerativen Energien. So hat Umweltminister Norbert Röttgen bekräftigt, der Anteil von Ökostrom im Gesamtstrommarkt solle von derzeit 17 Prozent auf 35 Prozent im Jahr 2020 steigen. Dieses Ziel erfordert zwangsweise den Aufbau intelligenter Stromnetze – so genannter Smart Grids – und die Lenkung des (privaten) Stromverbrauchs vorzugsweise in nachfrageschwache Zeiten oder in Zeiten, zu denen viel Ökostrom zur Verfügung steht. Erster und logischer Schritt zu einem Smart Grid ist die flächendeckende Einführung von Smart Metern.

80 Prozent der Haushalte in Europa sollen bis 2020 mit einem Smart Meter ausgestattet werden. Das fordert die EU-Kommission im Strategiepapier „Smart Grids – from innovation to deployment“. Nötig sei der Ausbau auch, um die steigenden Energie-Einspeisungen aus erneuerbaren Quellen zu gewährleisten, so die Kommission. Zurzeit sind erst in zehn Prozent aller Haushalte in Europa intelligente Stromzähler installiert. Die Maßnahme soll Stromeinsparungen bis zu zehn Prozent ermöglichen.

 

Wie diese Ziele erreicht werden sollen, geht aus einer Mitteilung der EU-Kommission (KOM(2011)202) hervor. Unter anderem wird darin die verbindliche Festlegung technischer Standards für intelligente Netze und Zähler bis Ende 2012 gefordert.

 

Haushalte und Unternehmen sollen einfachen Zugang zu den Verbrauchsinformationen haben, so dass sie ihre Energiekosten bewusst niedrig halten können. Im Idealfall sollen die Informationen über ein Display im Haushalt angezeigt werden.
Über die Mindestanforderungen an zukünftige Smart-Meter-Generationen machen sich zurzeit Expertenrunden Gedanken. Wie aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zu erfahren ist, zeichnen sich aber gewisse Standards ab. So müsse ein Smart Meter bidirektional in ein Kommunikationsnetz einzubinden sein, es müsse verschiedene Tarifsignale verarbeiten können und über offene Schnittstellen verfügen. Last but not least muss es einem Schutzprofil entsprechen, anders gesagt, ein effektiver Datenschutz muss gewährleistet sein. Im BMWi ist man zuversichtlich, noch in 2011 dieses Schutzprofil definieren zu können.

 

Logo SG Ready Logo SG Ready

Smart-Grid-fähige Hausgeräte von Miele im Handel / Neue Modelle folgen

Seit April 2011 sind die weltweit ersten Smart-Grid-fähigen Hausgeräte auf dem Markt. Miele bietet zwei Waschmaschinen-Modelle und einen Trockner mit der neuen Technologie an, Geschirrspüler wird das Unternehmen zur IFA 2011 in Berlin vorstellen. Mit der Smart-Grid-Technologie nutzen Miele-Hausgeräte automatisch den jeweils günstigsten Stromtarif, den ein Energieversorger anbietet. Zusätzlich unterstützt der Benutzer den Ausbau regenerativer Energien.

Die Modelle müssen mit einem Kommunikationsmodul ausgestattet werden und tauschen über die vorhandene Stromleitung im Haus Daten mit dem Miele-Gateway aus. Auf dem Gateway – eine Box im kompakten Format – sind sowohl Steuerungsfunktionen wie „Start“ und „Stop“ als auch ein Kalender hinterlegt. Für die Installation verbindet der Benutzer seinen PC mit dem Gateway und gelangt so auf die Benutzeroberfläche des Gateways. Dort trägt er die Stromtarife des Energieversorgers im Kalender ein.

 

Noch einfacher ist es, wenn Energieversorgungsunternehmen die Tarife in einem standardisierten Datenformat zur Verfügung stellen und diese dann vom Gateway automatisch eingelesen werden können.

 

Nach Eingabe der Tarife aktiviert der Benutzer am Hausgerät über das Display einmalig die Smart-Start-Funktion. Bei jedem Programmstart kann der Benutzer dann den spätestens Endzeitpunkt (beispielsweise 20 Uhr) direkt am Gerät festlegen. Das Gerät startet dann automatisch zum günstigen Stromtarif. In jedem Fall ist gewährleistet, dass etwa der Waschvorgang zu einem definierten Zeitpunkt abgeschlossen ist. Außerdem werden Gerätelaufzeiten in der Nacht, so sie nicht gewünscht sind, vermieden.

Quelle: PM Miele

Smart Metering

Smart Metering gewinnt an Bedeutung und der Einsatz von Smart Meter Geräten bzw. intelligenten Zählern ist vorgegebenes Ziel der Politik. Entsprechende Normen und Sicherheitsanforderungen werden derzeit definiert und SmartMetering soll den Anbietern und Verbrauchern die intelligente Nutzung von Energie ermöglichen. Hauptziel ist der Aufbau von intelligenten Netzen, den SmartGrids , was ohne SmartMetering nicht denkbar ist.